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Markerbse Kelvedon Wonder (FE g) 
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Markerbsen Kelvedon Wonder 
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Schalerbsen Kl. Rheinländerin 
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Aus Wikipedia - der freien Enzyklopädie:

Definition der Erbse


Die Erbse (Pisum sativum), auch Gartenerbse oder Speiseerbse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae).Die Erbse stammt ursprünglich aus Kleinasien und ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Sie war früher ein wichtiger Protein-Lieferant für die menschliche Ernährung. Heute wird sie vor allem als Gemüse und als Tierfutter verwendet.

Beschreibung der Erbse

Die Erbse ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die Wurzel reicht bis einen Meter tief. An den Seitenwurzeln befinden sich die Wurzelknöllchen. Die Erbse geht nur mit der Knöllchenbakterien-Art Rhizobium leguminosarum Symbiosen ein. Die Stängel sind niederliegend oder kletternd. Sie werden einen halben bis zwei Meter lang. Sie sind einfach oder am Grund verzweigt, hohl, kantig und kahl. Die Farbe ist bläulichgrün. Die Laubblätter besitzen ein bis drei Fiederpaare und verzweigte Blattranken. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis breit-elliptisch, abgerundet, ganzrandig (oder entfernt gezähnt). Sie sind zwei bis sieben Zentimeter lang und eineinhalb bis vier Zentimeter breit. Die Nebenblätter sind groß (vier bis zehn Zentimeter) und breit halbherzförmig. Am unteren Rand sind die Nebenblätter entfernt gezähnt bis ausgebuchtet. Am Grund haben sie meist einen violetten Punkt.
Der Blütenstand ist ein- bis dreiblütig, die Traubenachse endet oft in einer Granne. Die Blüten haben einen fünf bis zehn Millimeter langen Stiel. Der Kelch ist glockig und am Rücken ausgesackt. Die Kelchzähne sind eiförmig-lanzettlich. Die unteren Zähne sind rund dreimal so lang wie die Röhre, sowie schmaler und länger als die oberen. Die Krone ist 15 bis 36 Millimeter lang. Bei der Unterart Pisum sativum ssp. sativum ist die Fahne weiß, bei der Unterart Pisum sativum ssp. elatius ist die Fahne blasslila und die Flügel sind dunkelpurpur. Die Blüten führen Nektar und duften nach Honig. Der Bestäubungsmechanismus stellt eine Kombination aus Pump- und Bürstenmechanismus dar. In Mitteleuropa wird die Erbse nur von wenigen Bienen besucht. Die Kronblätter schließen so stark, dass nur wenige in Mitteleuropa heimische Arten den Mechanismus auslösen können und an den Nektar gelangen. Zumindest in Mitteleuropa ist die Erbse vorwiegend autogam. Blütezeit ist Mai und Juni, wobei eine Blüte rund drei Tage blüht, eine Pflanze zehn bis 21 Tage.
Die Hülsenfrüchte sind drei bis zwölf Zentimeter lang, ein bis zweieinhalb Zentimeter dick und je nach Sorte gelb oder bräunlich, selten schwarz. Sie enthalten vier bis zehn Samen, die wie die Pflanze Erbsen genannt werden. Die Samen sind drei bis neun Millimeter groß und je nach Sorte unterschiedlich gefärbt. Der Nabel (Hilum) ist rund zwei Millimeter lang und elliptisch bis kreisrund.

Inhaltsstoffe

Grüne, unreife Erbsen enthalten 18 bis 20 Prozent Trockensubstanz, die sich folgendermaßen verteilt: 5-8 % Protein, 0,5 % Fett, 10-15 % Kohlenhydrate. Reife Samen enthalten 20-25 % Eiweiß, 1-3 % Fett und 60 % Kohlenhydrate.[1] Marquard gibt folgende Prozentzahlen, bezogen auf das Trockengewicht, an: 25,7 % Rohprotein, 1,4 % Rohfett, 53,7 % Kohlenhydrate, 18,7 % Ballaststoffe und 2,9 % Mineralstoffe. Die für den Menschen essentiellen Aminosäuren sind in Erbsen wie folgt vorhanden (in Gramm pro 16 Gramm Stickstoff): (Cystein 1,0), Methionin 0,9, Lysin 7,3, Isoleucin 4,2, Leucin 7,0, Phenylalanin 4,4, (Tyrosin 3,1), Threonin 3,8, Tryptophan 1,5, Valin 4,7.
Der durchschnittliche Mineralstoffgehalt beträgt:
  • Makroelemente (in Prozent der Trockenmasse): Calcium 0,06, Phosphor 0,42, Natrium 0,03, Kalium 1,06, Magnesium 0,13.
  • Mikroelemente (in mg pro kg): Eisen 56, Zink 39, Mangan 14, Kupfer 8.

  • Trockenspeiseerbsen besitzen einen Tanningehalt von 0,9 bis 1,4 %, der Tanningehalt von Futtererbsen liegt zwischen 1,5 und 2,5 %. Erbsen enthalten wie die meisten Leguminosen Phytoöstrogene, die die Fruchtbarkeit von Säugetieren reduzieren.[3] In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis. Erbsensamen enthalten in geringem Ausmaß auch cyanogene Glycoside (Linamarin), etwa 2,3 mg HCN pro 100 g.

    Unterarten der Erbsen

    Die Art wird in folgende Unterarten untergliedert:
  • Pisum sativum subsp. elatius (Steven) Schmalh.: Sie ist die Wildform der heutigen Acker- und Gartenerbsen und im Mittelmeergebiet in der eher frischen Macchie heimisch, besonders im Ostteil, auch im Kaukausus, Iran, Turkmenistan. Die Zwischenform zur Pisum sativum subsp. syriacum wird als Pisum sativum var. brevipedunculatum bezeichnet.
  • Pisum sativum subsp. syriacum Berger in Hedrick: Sie ist eine eher xerophytische wilde Unterart in den Grasländern und Eichenwäldern, auch der Unkrautfluren im Nahen Osten von Zypern über die Türkei und den Transkaukasus bis in die Levante, den Irak und Nord- und West-Iran.
  • Pisum sativum subsp. transcaucasicum Govorov: Sie wird im Nordkaukausus und im zentralen Teil des bergigen Transkaukaus kultiviert.
  • Pisum sativum subsp. abyssinicum (A. Braun) Berger in Hedrick: Wird in Äthiopien und Jemen kultiviert.
  • Pisum sativum subsp. asiaticum Govorov: Sie wird im Nahen und Mittleren Osten, bis Mongolei, Nordwest-China, Tibet, Nord-Indien, und in Ägypten kultiviert. Die Samen werden gegessen, Samen und grüne Pflanzen werden als Tierfutter verwendet.
  • Pisum sativum L. subsp. sativum: Sie ist die heute wichtigste Unterart und durch Zucht aus der Unterart Pisum sativum subsp. elatius entstanden.

  • Die Unterart Pisum sativum subsp. sativum
    Die Erbse wird heute weltweit angebaut. Es sind sehr viele Varietäten und Convarietäten beschrieben worden. Die wichtigsten sind:[6]
  • Ackererbse (Pisum sativum L. convar. speciosum (Dierb.) Alef.), vielfach als Pisum arvense oder P. sativum subsp. arvense geführt) wird als Körnerfutter angebaut. Die geschroteten Samen dienen als Kraftfutter für Milchvieh und Geflügel. Ackererbsen werden auch als Grünfutter und Gründünger angebaut. Hinsichtlich Boden und Klima sind sie weniger anspruchsvoll als die anderen Varietäten. Früher wurden sie als Mehl dem Brotmehl zugegeben.
  • Palerbsen (Pisum sativum L. convar. sativum), auch Pahl-, Schal- oder Kneifelerbsen genannt, haben glattschalige Samenkörner. Ihr trockenes Korn wird meistens zum Kochen verwendet (Trockenspeiseerbsen). Für andere Verwendungen müssen sie jung geerntet werden, denn wenn die Körner zu groß geworden sind, haben sie leicht einen mehligen Geschmack.
  • Markerbsen (Pisum sativum L. convar. medullare Alef.) haben im reifen Zustand ein geschrumpftes Korn, enthalten Zucker (6-9 %, fast ausschließlich Saccharose) und schmecken daher süß, weswegen sie oft irrtümlich als Zuckererbsen betrachtet werden. Werden meistens zur Konservierung (für Nasskonserven werden helle Sorten bevorzugt) und Frostung (werden dunklere Sorten bevorzugt) genutzt. Als Trockenerbsen sind sie zum Kochen ungeeignet, da sie beim Kochen nicht weich werden. Mittlerweile gibt es auch glattkörnige Markerbsen, so dass sie sehr schwer von den Schalerbsen unterschieden werden können.
  • Zuckererbsen (Pisum sativum L. convar. axiphium Alef.), auch Kaiserschoten, Kiefelerbsen oder Kefen genannt, haben keine Pergamentschicht in der Hülse und werden nicht zäh. Hauptsächlich werden ganze fleischige, süße und dicke Hülsen mit noch unentwickelten Körnern verzehrt. Die meisten Sorten haben Schalerbsenkörner, nur manche Markerbsenkörner. Sie sind die beliebtesten unter den Erbsenklassen.

  • Anbau

    Die Kulturform ist heute weltweit in gemäßigten Klimaten verbreitet, bis zu 67° nördlicher Breite etwa in Skandinavien. In den Alpen steigt sie bis in 2000 m NN. Die Erbse gedeiht am besten auf Lehmböden mit ausreichend Humus und Kalk, ausgeglichener Wasserführung und guter Durchlüftung, etwa Löß- und tiefgründigen Kalkböden. Die Bodenreaktion soll im neutralen bis schwach basischen Bereich liegen. Nicht geeignet sind schwere Tonböden, Sand- und Moorböden. Hauptanbaugebiet in Deutschland ist Sachsen-Anhalt. Die Erbse hat eine starke Unverträglichkeit zu sich selbst, daher müssen Anbaupausen von sechs bis acht Jahren eingehalten werden. Sie gilt aufgrund des frühen Erntetermins und der positiven Beeinflussung der Bodenstruktur als gute Vorfrucht für Raps und Wintergetreide. Auf Erbsen und Erbsenpflanzen als Nahrungsgrundlage haben sich der Erbsenkäfer, der Erbsenwickler und die Erbsenblattlaus spezialisiert. 2005 wurden weltweit 9.104.729 Tonnen grüne Erbsen und 11.262.516 Tonnen Trockenerbsen geerntet. Die wichtigsten Anbauländer (in absteigender Reihenfolge) sind für grüne Erbsen Indien, China, USA, Frankreich und Großbritannien, für Trockenerbsen Kanada, Frankreich, China, Russland, Indien und USA.

    Verwendung

    Der größte Teil der Trockenerbsen wird in der Tierernährung als Erbsenschrot verfüttert, ebenso Erbsenfuttermehl aus der Nahrungsmittelproduktion und Erbsenkleie als Rückstand in der Schälmüllerei. Auch Erbsenstroh wird wegen seines hohen Nährstoffgehalts verfüttert. Weiters wird die Erbse als Grünfutter und als Gründünger verwendet. Für die menschliche Ernährung wurden ursprünglich ebenfalls Trockenerbsen verwendet, die hauptsächlich als Mus zubereitet wurden. Heute noch verbreitet ist die Erbsensuppe. Im 19. Jahrhundert entstand die Erbswurst. Getrocknete Erbsen werden als ganze Erbsen (mit Samenschale) oder als halbe Erbsen (deren Samenschale entfernt wurde) benutzt. Heute werden Erbsen in Mitteleuropa hauptsächlich grün zubereitet. Seltener frisch, da Erbsen nicht besonders lange haltbar sind und rasch an Geschmack verlieren. Häufiger finden Erbsen in Form von Konserven und tiefgekühlt Verwendung. Im Gegensatz zu früher wird sie als Gemüsebeilage verwendet, weniger als Hauptnahrungsmittel. Die Verwendung als Munition für die Erbsenpistole hingegen ist beinahe ausgestorben. Gekeimte Erbsen könnten nach neueren Untersuchungen die Nährstoffe besser verdaulich machen.

    Geschichte

    Ab etwa 8000 v. Chr. ist der Anbau von Erbsen durch archäologische Funde belegt. Die ältesten Funde stammen aus Jericho, und Aswad in Syrien und gehören zu jungsteinzeitlichen Ackerbaukulturen. Aus Griechenland, wo die Wildform ebenfalls heimisch ist, gibt es einen Fund aus der Zeit 7300 bis 6000 v. Chr. (Franchthi). Anhand der archäologischen Funde lassen sich die Unterarten und Varietäten kaum unterscheiden und der Übergang von den Wild- zu den Kulturformen kaum exakt nachzeichnen. Die Wildformen (P. sativum subsp. elatius wachsen heute noch wild in den Maquis und als Ackerunkräuter in Griechenland, Türkei und in der Levante. Von dort breitete sich die Erbse mit dem Ackerbau nach Europa aus: Bulgarien 4800 bis 4600 v. Chr. (Stufe Karanova I/II), Serbien 5300 bis 4500 v. Chr. (Starcevo-Kultur), Polen ab 4500 v. Chr. In das westliche Mittelmeergebiet drang die Erbse erst später vor: Italien im Spätneolithikum, Spanien erst in der Bronzezeit. In Deutschland war die Erbse, wie auch die Linse, neben Getreide das Grundnahrungsmittel der ältesten Ackerbauern, den Bandkeramikern. An jeder zweiten Getreidefundstelle kommen auch Erbsen vor, die Nordgrenze war der nördliche Rand der Mittelgebirge. Aus der Mittleren Jungsteinzeit liegen anteilsmäßig wesentlich weniger Erbsenfunde vor, die Ursache dafür ist ungeklärt, lag aber möglicherweise in einer vermehrten Nutztierhaltung. In der Bronzezeit, ab etwa 1800 v. Chr., nahm der Anteil der Hülsenfrüchte und damit auch der Erbsen wieder zu. Im Altertum wurde die Erbse in Europa ebenfalls weit verbreitet angebaut. Auch im Capitulare de villis Karls des Großen werden Erbsen erwähnt (pisos mauriscos). Im 13. Jahrhundert erwähnte Petrus de Crescentia aus Bologna weißsamige Erbsen. In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts werden Kleine Felderbsen mit weißen Blüten und Große Gartenerbsen mit rosa oder roten Blüten unterschieden. Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Erbse als Trockengemüse verwendet und im allgemeinen als Mus gegessen. Erst ab dem 16. oder 17. Jahrhundert wurden Sorten gezüchtet, die man unreif und grün verspeiste oder als Zuckererbsen mit der Hülse. Zu Beginn waren diese Erbsen sehr teuer und etwa am Hof König Ludwig XIV. sehr beliebt. Die Trockenerbsen wurden jedoch erst durch die modernen Konservierungstechniken (Konserven, Tiefkühlen) vom Speisezettel verdrängt, erleben aber im Rahmen der Vollwertküche wieder eine kleine Renaissance.

    Brauchtum

    Als uralte Kulturpflanze spielt die Erbse auch in Sagen und Märchen eine große Rolle. Als Beispiel diene nur das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, oder auch Aschenputtel. Erbsenmus galt auch als Lieblingsspeise von Zwergen und Heinzelmännchen. Absichtlich ausgestreute Erbsen verrieten aber Letztere, woraufhin sie Köln verließen. Erbsen galten auch als Totenspeise. Die erste Erwähnung diesbezüglich stammt aus dem Ägypten der 12. Dynastie (1900 v. Chr.). Auch in Mitteleuropa war die Erbse eine Totenspeise. Wer in der Karwoche Erbsen aß, sollte bald eine Leiche im Haus haben. Auch das Verspeisen von Erbsen während der zwölf Rauhnächte sollte zu verschiedenen Unglücksfällen führen. In Böhmen war es Brauch, am Heiligen Abend in die Ecken der Stuben kreuzweise Erbsenmus zu streuen, wohl ein Relikt aus der Verehrung der Totengeister, später diente als Erklärung für die Mäuse. In manchen Gegenden ist Erbsensuppe fixer Bestandteil des Leichenschmauses, so in Mecklenburg. In Freiburg im Breisgau wurde sie bei der Totenwache gereicht. Erbsen galten auch als Fruchtbarkeitsbringer, da die verstorbenen Ahnen auch die Fruchtbarkeit brachten. Einige Bräuche in diesem Zusammenhang waren/sind: Erbsen als erstes Futter für die Schweine an Neujahr (Ostpreußen); Schlagen eines Sackes mit Erbsen an Obstbäume, damit sie soviel Früchte wie Erbsen im Sack tragen; Erbsen als Hochzeitsspeise; Erbsen zum Bewerfen des Brautpaares. Als Fruchtbarkeitsbringer sei auch der Erbsenbär erwähnt, der etwa im rheinländischen Karneval vorkommt, oder in Ostdeutschland bis ins 20. Jahrhundert Bestandteil des Brautzugs war. Der Erbsenbär in germanischer Zeit als Verkörperung des Gewittergottes Donar (Thor), von daher kommt auch der Brauch in manchen Gebieten Deutschlands, am Donnerstag Erbsensuppe zu essen (z. B. Schwaben).

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